Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Beiträge zu den Themen SWOARD Snowboards, Extremecarving Fahrtechnik oder Dies und Das

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Phiipp
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Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by Phiipp » Sunday 5 January 2020, 0:20

Guten Abend

Mein Name ist Philipp, ich bin 35 Jahre und wohne in der Schweiz.

Ich besitze und fahre seit 18 Jahren ein Oxygen O2 Board mit einer F2 Step-In Bindung ( ich weiss nicht ob sie zu dieser Zeit schon intec hiess ) mit Raichle Hardboots.

Gestern bin ich mal wieder auf der ( leider vereisten )Piste gewesen und ich hab das Gefühl, das Brett ist tot. Es ist total instabil und extrem weich, hat keine Vorspannung mehr...einfach unfahrbar.

Ich überlege schon eine Weile etwas neues zu kaufen, hab mich aber leider nie mit dem Thema auseinandergesetzt und fahre auch nicht so regelmäßig

Ich möchte gern bei Hardboots bleiben und auch das Step-In System liebe ich sehr.

Meine Frage nun: Kann ich einfach ein anderes Board kaufen und die Bindung übernehmen oder ist die Gefahr dass das Plastik der Bindung nach 18 Jahren brüchig wird zu gross?

Ich carve gern auch wenn es mir mit dem Board nicht mehr so leicht fällt.

Das jetzige Board ist nur 167cm lang, hab es damals als absoluter Anfänger gekauft. Sehe mich jetzt technisch so im Mittelfeld.

Mein Profil: 1,97 gross und 81Kg schwer.

Wäre sehr froh um ein paar Tipps :pray2:

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nextcarve
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Re: Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by nextcarve » Sunday 5 January 2020, 17:34

Salut Philipp

Hier werden hauptsächlich Swoard Snowboards propagiert. Sie sind mit dem Ziel entwickelt worden den Extreme Carving Fahrtechnik möglichst gut zu unterstützen.

Wenn Du Swoards testen willst, würde ich Dir auf jeden Fall die Extreme Carving Session 2020 in Zinal ans Herz legen: viewtopic.php?f=7&t=13972

Nach 18 Jahren kannst Du Dir schon mal überlegen eine neue Bindung anzuschaffen. Ich fahre die F2 Intec Titanium und bin damit zufrieden. Für Swoard Snowboards werden jedoch keine Intec Bindungen sondern Bügelbindungen empfohlen, da sie lateral (seitlich) besser flexen als die recht starren Intec Bindungen.

Swoard selber bietet die Redline an viewtopic.php?t=12514

In welchen Skigebieten bist Du den so unterwegs?

Gruss nextcarve
MOON & CARVE: Der Raceboard Event, Metschalp, Frutigen, Schweiz.
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Phiipp
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Re: Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by Phiipp » Sunday 5 January 2020, 18:43

Danke für die Antwort.

Unterwegs bin ich in Savognin, Arosa/Lenzerheide und im Montafon.

Von den Swoard hab ich schon viel gelesen, allerdings bin ich nicht sicher ob ich es nach Zinal schaffe.

Ich würde eigentlich gern sehr zeitnah ein neues Board kaufen, ich bin in 2 Wochen wieder in Savognin.

Ich bin technisch gesehen doch eher so ein typischer Ende 90er Jahre Fahrer der von allem ein bisschen was kann aber nichts richtig ausgereift :)

Ist von den F2 Brettern grundsätzlich abzuraten für mein Fahrprofil?

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Re: Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by nextcarve » Sunday 5 January 2020, 21:59

Die Frage ob etwas gegen F2 spricht ist etwas allgemein, da F2 sehr verschiedene Bretter anbietet.
Beispielsweise den F2 Speedster gibt es in folgenden Längen...
  • SL = Slalom: 157 und 163 cm
  • RS = Riesenslalom: 175, 180 und 185 cm
.. und folgenden Ausführungen:
  • Equipe: Normales Glasfaserboard mit moderatem Flex 8.
  • Worldcup: Carbon/Titanal Board mit mittlerem Flex 9.
  • Proto: Custom Board in Carbon/Titanal mit hartem Flex 10
Dasselbe gilt auch für andere F2 Modelle und den Modellen anderer Marken.

Darum solltest Du zuerst wissen, wie Du Dein Board nutzen willst. Eher eine Slalom, Freecarver oder Riesenslalom Board, oder doch mal was neues wie Extreme Carving.

Wenn Du bei Deinem bisherigen Stil bleiben willst und ausgehend von Deinem aktuellen Board sehe ich ein F2 Speedster Worldcup 175 oder ähnliche Bretter anderer Marken.
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Re: Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by Phiipp » Monday 20 January 2020, 11:05

So ich melde mich nochmal um ein Paar Erfahrungen zu schildern.

Gekauft habe ich nun ein Speedster Worldcup in 175cm mit einer Titanflex.

Bei der Bindung habe ich vorne keine Keile drin, hinten die flachsten für Toelift bzw. Heellift. Canting vorerst nicht. Stance ist 54cm ( bin 1.97m ). Ich bin bei meinem alten Board hatte ich hinten ein recht steiles Canting gefahren und hab da nie herumprobiert. Bindungswinkel v65°/h60° ( Schuhgrösse 46 )

Nunja, Samstag bin ich siegessicher nach Savognin auf die Piste, direkt auf den Gipfel und wollte wie mit dem alten Board gewohnt runterfahren. Ich bin erschrocken wie schwierig das Brett zu fahren ist. Ich hab schier keine Kurve hinbekommen, zumindest der Drift war absolut unmöglich. Es wollte ausschliesslich geradeaus und war nur mit grosser Kraftanstrenung zu lenken.

Irgendwie bis zur ersten Zwischenstation geschleppt und dann hab ich den Bindungswinkel etwas zurückgenommen auf 60/55.

Trotzdem ist das Board bisher nahezu unmöglich zu fahren für mich, es fühlt sich an als hätte ich einen unglaublich schwer zu lenkenden steifen Klotz an den Füssen der ausschliesslich auf der Kante fahrbar ist. Drift vorallem in die Rechtskurve ist gar nicht möglich.

Ich muss dazusagen, dass die Bedingungen wirklich absolut schlecht waren, Neuschnee, keine präparierte Piste sondern nur Hügel Hügel Hügel. Deshalb konnte ich so gut wie nirgends mal auf die Kante.

Ist das normal dass man mit dieser Art Board nicht driften kann oder stimmt eine Einstellung bei mir grundsätzlich nicht? Nicht dass ich gern drifte aber in manchen Situationen und bei diesen Pistenverhätlnissen ist es manchmal von Nöten.

Ich fühlte mich mit dem Teil wie ein blutiger Anfänger :?

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Re: Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by frunobulax » Monday 20 January 2020, 18:01

Hi Philipp,

also prinzipiell hast du richtig gewählt, das sollte einigermassen passen. Ob dein Setup komplett richtig ist, kann man nur im persönlichen Kontakt beurteilen, es gibt da schon noch ein zwei Sachen die man falsch machen kann aber es wär jetzt sehr aufwendig das per Ferndiagnose herauszufinden. Ich entdecke zumindest bei deinen Angaben keinen groben Fehler. Du wirst wohl mittelfristig wieder steiler stellen müssen, das behebt aber dein Problem vorerst nicht, im Gegenteil.

Du hast ein Carvingboard gekauft. Das will gecarvt werden. Die Stabilität die es dafür liefern muß verträgt sich nicht gut mit lockerem Driften. Das lässt sich nicht wegkriegen. Es gibt schon Boards die den Spagat ein bissl besser können aber es gibt keine Wunder, und du hast jetzt mal dieses Board.
Also wirst du lernen müssen damit umzugehen, und du wirst wahrscheinlich irrsinnig viel lernen und in ganz neue Regionen vordringen wenn du dich darauf einlässt.
Deine Erfahrungen sind nicht überraschend. Das Oxygen O2 galt nach meiner Erinnerung damals schon als harmlose Gurke. Es dreht sicher leicht und greift dafür schlecht.
Jetzt hast du ein Board das gut greift und schlecht dreht. Du fährst steilere Winkel, das führt (wenn du regular fährst) vor allem auf der Frontside zum Eindruck dass das Ding nicht um die Kurve will. Daran gewöhnst dich prinzipiell. Aber langer Rede kurzer Sinn: du brauchst professionelle Hilfe. Also triff dich mit anderen Boardern. Wenn Du Zinal (ECS) schaffst, dann ist das perfekt. Wenn nicht, google mal "Moon&Carve". Und wenn das auch nicht geht, google "pureboarding".
Dort oder dort oder dort wirst du geholfen.

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Re: Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by nextcarve » Monday 20 January 2020, 20:02

Phiipp wrote:
Monday 20 January 2020, 11:05
Ist das normal dass man mit dieser Art Board nicht driften kann oder stimmt eine Einstellung bei mir grundsätzlich nicht? Nicht dass ich gern drifte aber in manchen Situationen und bei diesen Pistenverhätlnissen ist es manchmal von Nöten.
Du fühlst Dich wahrscheinlich gleich wie ich, als ich von einem 173er auf ein 185er Board umgestiegen bin. Carven und Laufruhe super, aber driften ein Graus. Aber schon nach einigen Tagen hab ich mich daran gewöhnt.

Fahrtechnik: Beim Driften hilft gutes Hochentlasten und Eindrehen. https://www.youtube.com/watch?v=QSrh7yj83RM

Tuningtip 1. Die Kante Belagseitig hängend zu schleifen.
iu-2.jpeg
Dabei würde ich mal mit 0,5° beginnen. Dieser Schliff macht das Board driftfreundlicher ohne die Carvingeigenschaften negativ zu beeinflussen. Zudem verringert dies auch die Gefahr des Verkantens auf Ziehwegen.

Tuningtip 2. Als letzte Massnahme gibt es noch das Detuning. Hier werden die Kanten hinten und vorne leicht entschärft. Das macht das Board weniger aggresiv und es lässt sich noch leichter driften. Ich persönlich würde diese Massnahme aber nur machen, wenn Du den Carve gerne eindriftest.
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Re: Hilfe bei Auwahl eines neuen Boards nach 18 Jahren

Post by Phiipp » Tuesday 21 January 2020, 8:10

Wow das sind mal ein paar wirklich professionelle Hinweise, vielen Dank! Ich fahre regular, das stimmt.

Ich werde kommendes Wochenende mal ein paar Versuche starten und sehen, dass ich bis dahin die Kante so bearbeite.

Die professionelle Hilfe werde ich unbedingt in Anspruch nehmen, ich hoffe ich schaffe es auf eines dieser Events.

Vielen Dank für eure wertvollen Tipps

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